Unser 7272 Bus durch Simonswald

Für einen wirksamen Klimaschutz fordert die Ökologische Liste Simonswald für den kommenden Haushalt zwei wirksame Maßnahmenbündel. Das erste betrifft die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs vor Ort, das zweite die Verbesserung der Energiebilanz der Gemeinde, inklusive einem Ausbau der erneuerbaren Energien. Für ein lebenswertes und klimafreundliches Simonswald für unsere Bürger*innen – diese Forderungen an den Haushalt 2022 hat die ÖLS kürzlich eingereicht:

Busfahren in Simonswald muss attraktiver werden

Bushaltestelle Mattenhof besteht aus Schild am Straßenrand

Wir fordern Haltestellen, die mehr sind als ein Schild am Straßenrand.

Zahlreiche Haltestellen im Ort bestehen nur aus einem Schildchen, im besten Falle gepaart mit einer Haltebucht für den Bus. Oftmals gibt es nicht mal diese. Wartehäuschen, an denen Passagiere auch bei schlechtem Wetter auf den Bus warten können, trifft man nur selten an. Hinzu kommt allzuoft eine miserable Beleuchtung, die dazu führen kann, dass Wartende in der dunklen Jahreszeit vom Bus übersehen werden. Berichte, wie Mitfahr-Willige sich dadurch behelfen, bei Ankunft des Busses mit Hilfe von Taschenlampen auf sich aufmerksam zu machen, gibt es zuhauf.

Die Maßnahmen für den ÖPNV im Einzelnen

Die in Aussicht gestellte Verbesserung des Bustaktes „unserer“ 7272er Linie auf einen habstündigen Takt ist der richtige Zeitpunkt,  die Attraktivität des Busfahrens in Simonswald zu verbessern. Daher fordern wir die Errichtung von Buswarte-Häuschen an den folgenden Stellen:

  • Am Rathaus in Richtung Bleibach, an der Haltestelle Neuenberg Richtung Bleibach oder ggf. Richtung Furtwangen,
  • weiter an der Haltestelle Mattenhof Buswendeschleife,
  • sowie an der Haltestelle Sternen. Hier sollten Unterstände für die Wartenden in beide Richtungen errichtet werden.

Zusätzlich soll die Beleuchtung an den Haltestellen verbessert – oder überhaupt erst errichtet werden. Dies sollte mindestens an den folgenden Standorten geschehen:

  • „Am Unterberg“ braucht es mindestens eine Leuchte im Bereich des Stoffelhofes. Dieser Bereich ist bei Dunkelheit sehr gefährlich und sollte daher besser ausgeleuchtet werden. Die Lampe soll Straße und Gehweg unter anderem für Schulkinder auf dem Weg zu ihrer Bushaltestelle beleuchten.
  • Beleuchtung fehlt außerdem an der Bushaltestelle Martinshof / Adler in Richtung Obersimonswald,
  • sowie an der Bushaltestelle Deutscher Hof Richtung Furtwangen.
Bushaltestelle Deutscher Hof ohne Licht oder Wartemöglichkeit

Mindestmaß an Komfort erleichtert den Umstieg auf Öffentliche

Die Erhöhung des Komforts für Wartende ist kein Sahnehäubchen sondern in unserem Fall gerade mal die Bereitstellung der Mindestanforderungen: Nicht nass werden und vom Busfahrer auch bei schlechten Lichtverhältnissen gesehen und mitgenommen werden. Zu dieser Grundversorgung unserer Bürgerinnen und Bürger mit einer attraktiven Verkehrs-Infrastruktur kommt der positive Effekt fürs Klima hinzu, denn jede Busfahrt spart eine Fahrt mit dem privaten PKW.

Kommunaler Klimaschutz und eine Energiewende für Simonswald

Mit der Abschaltung der großen zentralen Kraftwerke, die Energie aus Umwelt- und Klimaschädlichen Brennstoffen gewinnen, muss unsere Energieversorgung zunehmend dezentraler werden. Gebäude, Nachbarschaften und Kommunen sind im Zuge der Energiewende darauf gefordert, ihre Energie selbst zu erzeugen. Hier gibt es für unsere Kommune noch viel ungenutztes Potential. Neben der Energieproduktion aus Windkraft – hier gilt es vor weiteren Vorhaben den neuen Flächennutzungsplan abzuwarten – sind dies vor allem Erneuerbare Energien aus Sonnenlicht und Wasserkraft.

Energie effizient nutzen statt verschwenden: Die Kommune geht voran

Um eine effizientere Nutzung der vorhandenen Energien zu gewährleisten, fordern wir mehrere Maßnahmen, die Hand in Hand gehen sollen. Einerseits ist ein kommunales Energiemanagement einzuführen. Hier werden systematisch Einparpotentiale ermittelt und anschließend Maßnahmen umgesetzt. Dies kann ganz banale Maßnahmen bedeuten, wie dass die Innenbeleuchtung der Gebäude außerhalb der Öffnungszeiten abgeschaltet oder die Heizung effizienter eingestellt wird. Andere Folgen können die Anschaffung energiesparender Geräte und vergleichbares sein. Ein kommunales Energiemanagement hat nur Vorteile: Mit vergleichsweise einfachen und kostengünstigen Maßnahmen werden damit nicht nur weniger Ressourcen verbraucht und damit Klimagase verhindert, sondern auch die kommunalen Ausgaben für die Energierechnung gesenkt.

Begleitend soll der kommunale Gebäudebestand auch baulich auf eine Verbesserung der Energie-Effizienz geprüft werden. Entspricht die Dämmleistung von Glasflächen und Fassaden einem wünschenswerten Stand und wie effizient arbeiten die Heizanlagen? Diese und verwandte Fragestellungen sollen bei einem Energiecheck aller kommunalen Gebäude geklärt und ggf. Maßnahmen für eine energetische Sanierung eingeleitet werden. Die Umsetzung soll zeitnah, ab 2023 erfolgen um eine möglichst hohe Wirksamkeit zu erzielen.

Mehr erneuerbare Energie erzeugen: Wasser und Solar

Hier könnte ein Wasserkraftwerk entstehen

Zusätzlich zur effizienteren Nutzung von bereits vorhandenen Ressourcen, soll der Ausbau der erneuerbaren Energien in Simonswald vorangetrieben werden. Hier ist die Kommune aufgefordert, sämtliche Potentiale zu untersuchen und wenn möglich auszuschöpfen. Dies betrifft zum Einen die Nutzung der kommunalen Dachflächen zur Errichtung von PV-Anlagen. Wir wollen die Verwaltung beauftragen, sämtliche Dächer in Kommunenhand auf die Eignung für Solar-Anlagen zu prüfen und die entsprechenden Anlagen zeitnah einzubauen, optimalerweise gepaart mit geeigneten Stromspeichern. Zusätzlich sollen auch die anvisierten Standorte für Fischaufstiegsanlagen in der Wilden Gutach auf ihre Eignung für Wasserkraftwerke geprüft werden. Die Errichtung der Fischtreppen und die damit verbundenen Eingriffe in unseren Fluss sind der optimale Zeitpunkt, um das Potential für umweltfreundliche Wasserkraft zu nutzen. Die Wasserkraftwerke sind eine hervorragende Ergänzung zu den anvisierten PV-Anlagen, da die Wilde Gutach natürlich insbesondere dann viel Wasser führt, wenn von Solaranlagen eine weniger hohe Stromausbeute zu erwarten ist.

Erneuerbare Energien für eine zukunftssichere Gemeinde

Dieses Maßnahmenbündel bietet eine große Chance, um die Selbstversorgung unserer Gemeinde mit erneuerbaren Energien maßgeblich zu verbessern. Dies ist nicht nur ein wichtiger Schritt für den Klimaschutz, sondern entlastet auch den Haushalt unserer Gemeinde. Die steigenden Energiekosten für Heizung und Strom sind maßgeblich auf teure fossile Energien zurückzuführen. Durch die effiziente Nutzung selbsterzeugter Energie werden Mittel frei, die die Gemeinde sinnvoll für ihre Bürger*innen investieren kann. Lassen wir diese Chance nicht ungenutzt verstreichen.

One thought to “Ein Boost für den ÖPNV & Erneuerbare Energien: Forderungen an den Haushalt”

  1. Vielen Dank für die Dokumentation der Bushaltestellen.
    Auch die vorgeschlagene Prüfung der Energie Verschwendung und Gewinung sollte ja mit Geringen Kosten Umsetzbar sein.
    Daher die dringende bitte die beiden Themen in die Planung mit auf zu nehmen.
    Ich persönlich halte dies für wichtiger als das Verkehrswege Thema das ohne Großprojekte sowieso nicht Umgesetzt werden kann.

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